Warum wurde die Schuldenbremse eingeführt?
Anfang der 2000er-Jahre stand Deutschland unter großem finanziellem Druck. Die Schuldenquote — das Verhältnis von Gesamtschulden zum BIP — war gestiegen, die Verschuldungsraten waren unsustainabel, und es bestand die Sorge, dass zukünftige Haushalte permanent belastet würden. Die damalige Bundesregierung unter Angela Merkel sah die Schuldenbremse als langfristige Lösung.
Die Regel wurde 2009 verabschiedet und ab 2011 für den Bund, ab 2020 für die Länder bindend. Das Ziel: eine strukturell ausgeglichene Bilanz erreichen und die Schuldenquote langfristig senken. Und das funktioniert auch — Deutschlands Schuldenquote ist von über 80 Prozent im Jahr 2010 auf etwa 60 Prozent 2024 gefallen.
Aber es gibt auch Kritiker. Manche argumentieren, dass eine absolute Schuldenbremse die Flexibilität der Wirtschaftspolitik zu sehr einschränkt.